Egal, ob zu den Themen Fitness, Ernährung oder Finanzen – die Märkte scheinen übersättigt. Doch es gibt noch lukrative Möglichkeiten, online Geld zu verdienen. Du musst dazu nur eine passende Nische finden. Wir zeigen dir, wie das geht.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Nische im Online-Business?
- Kannst du deine Nische später wechseln?
- Nische finden: So geht’s
- Schritt 1: Grobe Themen finden
- Schritt 2: Probleme innerhalb dieser Themen finden
- Schritt 3: Nachfrage überprüfen
- Schritt 4: Zielgruppe genauer definieren
- Schritt 5: Erstes Angebot testen
- Fazit
Wer ein Online-Business startet, strotzt in der Regel vor Energie und Tatendrang. Schnell wird eine Website erstellt, die Werbetrommel gerührt und Social-Media-Kanäle werden bespielt. Dennoch hält sich das Ergebnis oft in Grenzen. Keine Besucher, keine Kunden, kein Umsatz.
Das Problem liegt jedoch nicht am fehlenden Einsatz, sondern an einer schlechten Marktpositionierung. Denn Anbieter von Online-Kursen, eBooks und anderen digitalen Produkten gibt es viele. Auch scheinen alle Themen bereits abgedeckt zu sein. Es gibt Online-Kurse übers Kochen, Newsletter über Finanzen sowie Ratgeber für Gründer:innen. Wie sollst du da noch ein Online-Business starten können?
Das Zauberwort heißt „Nische“. Mit der richtigen Nische kannst du dich von anderen Unternehmen und Selbstständigen abgrenzen und ein erfolgreiches Online-Business aufbauen.
Gleichzeitig ist die Suche nach der richtigen Nische gar nicht so einfach. Die Aufgabe lässt sich jedoch bewältigen, da das Ergebnis nicht durch Glück zustande kommt, sondern durch eine strukturierte Herangehensweise. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie sie aussieht.
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Was ist eine Nische im Online-Business?
Eine Nische im Online-Business bezeichnet ein klar abgegrenztes Teilsegment eines größeren Marktes, das eine spezifische Zielgruppe mit besonderen Bedürfnissen, Interessen oder Problemen anspricht.
Beispielsweise ist der Yoga-Markt riesig und viele Unternehmen versuchen in dem Bereich Geld zu verdienen. Eine Nische wäre hingegen, wenn sich bestimmte Yoga-Kurse ausschließlich an Büroangestellte mit Rückenschmerzen wenden. Das schränkt die Teilnehmerzahlen zwar ein, bietet den Kund:innen aber ein passenderes Angebot für ihre Probleme.
Doch Nischen bieten nicht nur Kund:innen einen Vorteil. Auch Firmen und Selbstständige profitieren von ihnen. In einer Nische ist der Wettbewerb üblicherweise geringer ist als in Massenmärkten. Du kannst dort tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln, ohne die Konkurrenz von größeren Unternehmen fürchten zu müssen. Denn Nischen sind für sie nicht lukrativ genug. Zudem sind Kund:innen in Nischen oft loyaler, kaufbereiter und reagieren stärker auf maßgeschneiderte Inhalte und Angebote, da sie sich besser verstanden fühlen.
Gründe, warum du unbedingt eine Nische finden solltest
Wer ein Online-Business starten möchte, zweifelt oft an den Nischen. Schließlich möchte man instinktiv seine digitalen Produkte an so viele Menschen wie möglich verkaufen. Warum sollte man sich durch eine Nischenwahl künstlich einschränken? Es gibt jedoch gleich mehrere Gründe, warum du dir unbedingt eine Nische für dein Online-Business suchen solltest.
- Geringere Konkurrenz: Wenn du versuchst, alle anzusprechen, kämpfst du gegen Tausende etablierter Anbieter und hast kaum eine Chance, sichtbar zu werden. In einer spezifischen Nische ist der Wettbewerb hingegen überschaubar und es ist deutlich einfacher für dich, dir einen Namen zu machen und organisch gefunden zu werden.
- Positionierung als Experte: Menschen vertrauen Spezialisten weit mehr als Generalisten. Wenn du dich auf ein konkretes Thema konzentrierst, wirst du für deine Zielgruppe zum Experten und genießt größeres Vertrauen. Das steigert wiederum den Absatz deiner Produkte und Dienstleistungen.
- Zeit und Energie sparen: Ohne eine klare Nische steht man im Online-Business vor vielen Möglichkeiten. Soll man einen Blog schreiben oder lieber Videos produzieren? Welche Themen soll man behandeln, welche Produkte entwickeln und welche Zielgruppe ansprechen? Genau diese Fragen führen zu einem Zustand der dauerhaften Unentschlossenheit. Man denkt und plant endlos, kommt aber nie wirklich ins Handeln. Eine klar definierte Nische löst dieses Problem, da sie wie ein Filter wirkt. Jede neue Idee, jedes potenzielle Thema und jeder mögliche Marketingkanal lassen sich ganz einfach an einer einzigen Frage messen: „Passt das zu meiner Nische und meiner Zielgruppe?” Wenn ja, verfolgst du es weiter. Wenn nicht, lässt du es fallen. Das spart Zeit und Energie für Projekte, die am Ende keine Wirkung entfalten.
- Passendes Corporate Design möglich: Mit deinen Inhalten wirbst du um neue Kund:innen. Doch auch das Corporate Design sagt bereits viel über dich und dein Unternehmen aus. Es ist mitentscheidend dafür, ob eine Kund:in dein Angebot passend findet. Ein Online-Kurs über Steuern für junge Mütter sieht schließlich anders aus als ein Steuerkurs für Café-Besitzer. Wenn du in einer Nische tätig bist, ist es daher leichter, ein Design zu entwickeln, das vielen deiner Kunden gefällt.
Kannst du deine Nische später wechseln?
Viele zögern, sich für eine Nische zu entscheiden, da sie die Entscheidung als endgültig betrachten. Das muss sie jedoch nicht sein. Wenn du irgendwann feststellst, dass du dich für die falsche Nische entschieden hast, kannst du immer noch wechseln. Dafür kann es gute Gründe geben. Beispielsweise verändert sich der Markt stetig und kann eine Neuausrichtung erfordern.
Den Schritt solltest du allerdings nicht leichtfertig oder vorschnell gehen. Denn alles, was du in der ursprünglichen Nische aufgebaut hast, ist an dein bisheriges Thema verknüpft. Ein abrupter Wechsel kann dazu führen, dass das Vertrauen deiner Zielgruppe sinkt, deine organische Reichweite abnimmt, deine SEO-Rankings leiden und deine E-Mail-Liste schrumpft. Menschen, die dir wegen deines alten Themas gefolgt sind, werden schließlich nicht automatisch an deinem neuen Thema interessiert sein.
Sinnvoller ist deshalb oft ein schrittweiser Übergang. Du kannst deine neue Nische zunächst parallel testen, erste Inhalte veröffentlichen und beobachten, wie die Zielgruppe reagiert.
Manchmal ist auch kein vollständiger Wechsel nötig, sondern lediglich eine Verfeinerung oder Verschiebung innerhalb der bestehenden Nische. Vielleicht war deine ursprüngliche Nische noch zu breit gewählt und du musst sie nur weiter zuspitzen. Solche Anpassungen sind deutlich risikoärmer und lassen sich oft nahtlos in den bestehenden Aufbau integrieren.
Nische finden: So geht’s
Eine Nische zu finden, ist gar nicht so einfach. Schließlich sollte die Zielgruppe ein klares Bedürfnis haben, das du mit einem Produkt befriedigen kannst. Zudem muss die Nische lukrativ genug sein. Schließlich möchtest du ja davon leben können.
Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um eine passende Nische zu finden. In einfachen Fällen springt sie dir förmlich ins Gesicht. Vielleicht erzählt dir eine Freundin, dass sie nach einem harten Arbeitstag keine Zeit mehr hat, ins nächste Yoga-Studio zu fahren. Stattdessen sehnt sie sich nach einer digitalen Lösung.
Jedoch kannst du nicht darauf warten, dass die Nische von allein zu dir kommt. Stattdessen musst du auf die Suche nach ihr gehen. Gehe dazu in folgenden Schritten vor.
Schritt 1: Grobe Themen finden
Im ersten Schritt spannst du einen groben Themenrahmen, in dem sich dein Business bewegen soll. Das können auch mehrere Themen sein, wenn du noch unsicher bist oder viele Möglichkeiten überprüfen möchtest. Mögliche grobe Themen sind beispielsweise Finanzen, Fitness, Ernährung oder Erziehung.
Wenn du noch gar keine Vorstellung davon hast, in welchem Bereich du aktiv sein möchtest, dann trage am besten deine Interessen, Hobbys und Fähigkeiten zusammen. Überlege dir, mit welchen Themen du dich gerne beschäftigst und in welchen Bereichen du bereits Wissen oder Erfahrung hast. Es ist einfacher, langfristig ein Online-Business aufzubauen, wenn du dich für etwas interessierst und gerne darüber lernst oder sprichst.
Schritt 2: Probleme innerhalb dieser Themen finden
Du hast nun eine Sammlung von groben Themen. Im nächsten Schritt geht es darum, die Probleme und Herausforderungen zu ermitteln, mit denen Menschen in diesen Bereichen konfrontiert sind. Denn ein Online-Business funktioniert besonders gut, wenn du eine Lösung für ein konkretes Problem anbietest.
Dafür musst du recherchieren, weshalb dieser Schritt besonders arbeitsintensiv ist. Um an die Informationen zu gelangen, kannst du verschiedene Anlaufstellen nutzen. Hier einige Möglichkeiten:
- Social Media: Durchsuche Reddit, Facebook und andere Social-Media-Plattformen nach thematisch passenden Gruppen. Welche Fragen stellen die User dort? Auch durch YouTube-Videos und die Kommentarspalten von LinkedIn- und Instagram-Posts kannst du ein Gespür für die Wünsche und Probleme der Menschen entwickeln.
- Googles „Weitere Fragen“: Gib dein Thema bei Google ein und die Ergebnisseite zeigt dir Fragen an, die andere User gestellt haben. An ihnen kannst du ablesen, welche konkreten Probleme sie haben. Tipp: Sobald du eine Frage anklickst, erscheinen zwei weitere.
- Nutzer befragen: Die besten Informationen erhältst du von den Menschen selbst. Frage sie daher einfach, vor welchen Herausforderungen sie stehen.
Ein Beispiel: Eines deiner Themen lautet Finanzen. Gibst du das Wort bei Google ein, erscheint unter anderem die Frage „Wie verdopple ich 5000 Euro?“. Das verrät dir, dass Nutzer Geld gespart haben und es nun gewinnbringend anlegen wollen. Schaue dich anschließend auf diversen Social-Media-Kanälen um. Fragen viele User ebenfalls danach? Auch durch Bekannte oder in Foren kannst du herausfinden, ob wirklich Interesse an dem Thema besteht.
Schritt 3: Nachfrage überprüfen
Du hast nun ein oder mehrere Probleme identifiziert. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass sich daraus ein Online-Business aufbauen lässt. Es müssen genügend Menschen vor demselben Problem stehen, damit es sich für dich lohnt.
Um das herauszufinden, bieten sich Keyword-Analyse-Tools an. Diese verraten dir, wie viele Menschen pro Monat nach einem bestimmten Suchbegriff googeln. Kostenlose Tools sind beispielsweise der Google Keyword Planner, Ubersuggest oder Answer the Public. Viele andere Programme kannst du ebenfalls kostenlos testen.
Wichtig ist, dass du viele Varianten deines Suchbegriffs ausprobierst. Denn nicht jeder User drückt ein Problem auf die gleiche Art aus. Anstatt also nur das Suchvolumen für „Wie verdopple ich 5.000 Euro?” zu ermitteln, kannst du auch die Begriffe „Geld vermehren” oder „Geld verdoppeln” verwenden. Viele Tools zeigen dir auch alternative Suchbegriffe wie „Geld verdoppeln ohne Risiko“ an. So erhältst du nicht nur einen Überblick über die Nachfrage, sondern kannst auch weitere Probleme der Nutzer identifizieren.
Insgesamt sollte das Suchvolumen zwischen 1.000 und 10.000 Anfragen pro Monat liegen. Alles darunter ist zumeist zu klein, darüber beginnt der Massenmarkt mit höherer Konkurrenz.
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Schritt 4: Zielgruppe genauer definieren
Du kennst nun ein existierendes Problem. Doch wer genau hat es eigentlich und für wen würdest du ein Produkt erstellen? Schließlich hat eine junge Hochschulabsolventin anderen Ziele bei ihrer Geldanlage als ein Ingenieur kurz vor der Rente.
Auch hier hilft es, auf die Menschen zuzugehen. Das kann digital erfolgen, indem du beispielsweise in einem Forum mehrere User fragst, ob du sie interviewen darfst. Genauso gut klappt es analog. Auch Studien, Umfragen und Statistiken können hilfreich sein.
Aus diesen Informationen kannst du eine Persona erstellen. Im Marketing bezeichnet man damit eine realitätsnahe Darstellung eines idealen Kunden, die auf Daten über Zielgruppe, Verhalten, Bedürfnisse und Probleme basiert. Typische Merkmale sind beispielsweise Alter, Geschlecht, Wohnort, Beruf, Einkommen, Ziele, Wünsche, Probleme, Ängste, Mediennutzung und Kaufverhalten.
Eine mögliche Persona für unser Finanzbeispiel wäre:
- Name: Anna Müller
- Alter: 26 Jahre
- Beruf: Marketing-Managerin in einem mittelständischen Unternehmen
- Einkommen: 45.000 Euro brutto/Jahr, kann 150 Euro pro Monat zurücklegen
- Wohnort: Hamburg, Deutschland
- Familienstand: Ledig, keine Kinder
- Ziele: Finanzielle Rücklagen schaffen
- Probleme: Hat kein Wissen über Finanzanlagen, hat kein Vertrauen zu Finanz-Influencern
- Interessen: Yoga, Lesen, Serien
- Mediennutzung: Bildet sich über Online-Kurse fort, hört Podcasts, beruflich aktiv auf LinkedIn
- Kaufverhalten: Kauft am liebsten online, recherchiert ausführlich
Eine Persona wird sehr detailliert beschrieben, aber nicht alle deine Kund:innen werden in dieses Bild passen. Das müssen sie auch nicht. Wenn du jedoch eine klare Persona vor Augen hast, hilft dir das bei der Produktentwicklung. Du weißt dann nämlich, wie du deine Kund:innen ansprechen musst, worauf du deinen Schwerpunkt legst und welche Aspekte du weglassen kannst.

Schritt 5: Erstes Angebot testen
Du kennst nun deine Zielgruppe und ihr konkretes Problem. Jetzt musst du ein ideales Produkt für sie erstellen. Welches genau das ist, hängt von deiner Persona ab. In unserem Beispiel wissen wir bereits, dass Anna gerne Online-Kurse zur Fortbildung nutzt.
Allerdings sind Online-Kurse aufwendig in der Erstellung. Zudem wissen wir noch nicht, ob wir tatsächlich eine lukrative Nische gefunden haben. Bevor du also Stunden in etwas investierst, das hinterher niemand kaufen möchte, entwickle immer erst eine kleinere Version deines Produkts. Erstelle beispielsweise einen einstündigen Crash-Kurs, anstatt einen Kurs mit 50 Kapiteln und einer Laufzeit von 20 Stunden.
Im Fall unseres Finanzthemas könnte der Titel beispielsweise „Wie du dein erstes Geld richtig anlegst“ oder „Wie Frauen ihr Kapital schnell verdoppeln können“ lauten.
Dieses sogenannte Minimal Viable Product kannst du dann günstig verkaufen, um den Markt zu testen und erstes Feedback einzuholen. Erhältst du eine positive Resonanz, hast du scheinbar eine gute Nische gefunden und kannst das finale Produkt erstellen.
Findet dein Testprodukt jedoch keinen Anklang, musst du bei den vorherigen Schritten noch einmal ansetzen.
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Fazit
Eine Nische zu finden, ist harte Arbeit. Manchmal hat man Glück und entdeckt auf Anhieb das perfekte Produkt für die richtige Zielgruppe. In der Regel benötigt man jedoch mehrere Anläufe. Dennoch kann sich die Arbeit lohnen, denn Nischen sind eine lukrative Möglichkeit, um in bereits übersättigten Märkten Fuß zu fassen. Wichtig ist nur, dass du nicht endlos planst und recherchierst, sondern irgendwann ins Tun kommst.
