Digitale Produkte kannst du von überall auf der Welt erstellen und verkaufen. Was genau digitale Produkte sind, welche sich besonders lohnen und welche Vor- und Nachteile sie haben, klären wir hier.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind digitale Produkte?
- Vorteile digitaler Produkte
- Nachteile digitaler Produkte
- Wer kann digitale Produkte verkaufen?
- Ideenfindung: Welche digitalen Produkte brauchen deine Kunden?
- Digitale Produkte erstellen: Immer klein anfangen
- Welche digitalen Produkte sich lohnen
- eBooks
- Online-Kurse
- Mitgliedschaften
- Wo du digitale Produkte online verkaufen kannst
- Den richtigen Preis finden
- Häufige Fehler beim Verkauf digitaler Produkte
- Fazit
Ein eigener Online-Shop kann im ersten Moment abschreckend wirken. Schließlich müsstest du die Ware einkaufen, lagern, versenden und dich auch noch um Retouren kümmern. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Die Hürde, auf diese Weise seriös online Geld zu verdienen, ist entsprechend hoch.
Anders sieht es bei digitalen Produkten aus. Sie existieren nur als Datei und bieten daher viele Vorteile gegenüber physischen Produkten. Gleichzeitig kannst du mit ihnen gutes Geld verdienen und dir ein stabiles Online-Business aufbauen.
Damit das gelingt, gibt es jedoch einiges zu beachten. Was genau, erklären wir im folgenden Artikel.
Was sind digitale Produkte?
Digitale Produkte sind genau das, was der Name andeutet: Produkte, die nur digital existieren und die du in der Regel online kaufen kannst.
Während physische Produkte immer wieder neu hergestellt, gelagert und versendet werden müssen, erstellst du ein digitales Produkt nur einmal. Danach kannst du es so oft du möchtest verkaufen, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. Genau das macht sie wirtschaftlich attraktiv.
Typische digitale Produkte sind unter anderem:
- eBooks
- Online-Kurse
- Templates
- Mitgliedschaften
- Digitale Dateien (PDFs, Musikdateien, Excel-Tabellen etc.)
- Software & Apps
- Streaming-Angebote
Aber auch Kunden profitieren von der Digitalisierung. Nach dem Kauf haben sie sofort Zugriff auf das Produkt und müssen nicht auf den Versand warten. Zudem nehmen sie zu Hause keinen Platz weg (Beispiel Blu-ray vs. gestreamter Film) und können oft auch zu günstigeren Preisen angeboten werden als physische Produkte (Beispiel Buch vs. eBook).
Vorteile digitaler Produkte
Digitale Produkte bieten nicht nur Vorteile für Kunden. Auch für dich als Produzent oder Händler haben sie einige positive Eigenschaften.
- Leicht zu produzieren: Viele digitale Produkte wie eBooks oder Online-Kurse kannst du selbst erstellen. Anleitungen gibt es dafür viele im Netz. Dadurch behältst du zudem die volle Kontrolle über die Qualität.
- Skalierbar: Digitale Produkte musst du nur einmal erstellen, du kannst sie aber so oft du willst verkaufen. Dein Geschäft lässt sich dadurch skalieren.
- Höhere Margen: Bei digitalen Produkten fallen weniger Kosten an. Du musst beispielsweise kein Lager mieten und betreiben und es fallen auch keine Versandkosten an. Dadurch kannst du deine digitalen Produkte entweder günstiger anbieten oder eine höhere Marge erzielen.
- Einfacher Versand: Digitale Produkte kannst du ganz einfach über eine Online-Shop-Lösung wie Tentary verkaufen und verschicken. Du musst nur einmal den Shop einrichten und der Rest läuft dann automatisiert.
- Jederzeit verkaufen: Ein Kunde kann jederzeit ein Produkt aus deinem Shop kaufen, ohne dass du dafür selbst anwesend sein musst. Du verdienst also auch an freien Tagen oder wenn du krank bist Geld.
- Kein Lager nötig: Wenn du physische Produkte verkaufst, benötigst du ein Lager. Zudem musst du deine Ware vorproduzieren. Das erfordert Personal und logistische Expertise und verursacht Kosten. Digitale Produkte benötigen das alles nicht, da lediglich eine Datei auf einem Server liegt. Diese kann dann beliebig oft vervielfältigt werden.
- Experimentiermöglichkeit: Mit digitalen Produkten kannst du verschiedene Angebote, Bundles und Geschäftsideen testen, ohne dass große Kosten entstehen. Du kannst beispielsweise ein Einsteigerprodukt kostenlos anbieten und dann auf ein zweites, kostenpflichtiges Produkt verweisen. So können sich Kunden erst von der Qualität überzeugen, bevor sie Geld bei dir ausgeben. Sollte ein Angebot nicht angenommen werden, kannst du es jederzeit anpassen.
Nachteile digitaler Produkte
Digitale Produkte klingen nach dem perfekten Handelsobjekt. Doch auch sie haben einige Nachteile. Bevor du digitale Produkte verkaufst, solltest du dich daher unbedingt mit ihnen auseinandersetzen.
- Massiver Konkurrenzdruck: Da digitale Produkte leicht zu erstellen und zu vertreiben sind, gibt es viele Konkurrenten auf dem Markt. Um aus der Masse herauszustechen, sollten deine Produkte einen höheren Mehrwert bieten und du benötigst eine gute Marketingstrategie.
- Marketing-Expertise: Um deine digitalen Produkte verkaufen zu können, musst du sie bewerben. Ansonsten gehen sie in der Masse unter. Online stehen dir viele Möglichkeiten zur Verfügung wie Social Media, Werbeanzeigen, Newsletter und Podcasts. Alle erfordern jedoch viel Arbeit und du musst dir das nötige Fachwissen aneignen. Eine Garantie auf Erfolg hast du aber dennoch nicht.
- Preisdruck: Aufgrund der hohen Konkurrenz und der Gratis-Kultur im Internet erwarten viele Kunden niedrige Preise oder kostenlose Inhalte. Das erschwert stabile Umsätze und gute Margen.
- Piraterie: Digitale Inhalte lassen sich kopieren und an Dritte weitergeben. Dir entgehen dann wichtige Umsätze. Es ist wichtig, effektive Maßnahmen dagegen zu ergreifen.
- Rechtliche Anforderungen: Um deine digitalen Produkte rechtssicher verkaufen zu können, musst du viele Anforderungen erfüllen, z. B. eine sichere Zahlungsabwicklung, Datenschutz (DSGVO), Impressumspflicht, Widerrufsrecht und Umsatzsteuer im EU-Ausland. Online-Shop-Lösungen wie Tentary, helfen dir dabei, da sie diese Anforderungen für dich erfüllen, sodass du dich auf den Verkauf deiner Produkte fokussieren kannst.
- Hoher Zeitaufwand: Je nach Art deines digitalen Produkts benötigst du 50 bis 200 Arbeitsstunden für die Erstellung. Erst danach kannst du mit ihnen Geld verdienen.
Wer kann digitale Produkte verkaufen?
Prinzipiell kann jeder digitale Produkte erstellen und verkaufen. Dafür benötigst du lediglich einen Laptop, etwas Software sowie gegebenenfalls eine Kamera und ein Mikrofon. Die digitalen Produkte kannst du dann auf deiner eigenen Website, in deinem Online-Shop oder auf Verkaufsplattformen von Drittanbietern verkaufen.
Wichtig ist nur, dass du dir bewusst bist, dass es sich hierbei um eine Geschäftstätigkeit handelt. Du musst also mindestens nebenberuflich selbstständig sein, dein Vorhaben dem Finanzamt melden und Steuern auf deine Einkünfte zahlen.
Typische Personen, die digitale Produkte verkaufen, sind:
- Coach:innen nutzen Online-Kurse, eBooks und Mitgliedschaften, um ihre Kunden bei der Lösung eines Problems zu begleiten.
- Fotograf:innen und Künstler:innen verkaufen digitale Bilder auf Plattformen oder bieten sie direkt zum Download an.
- Schriftsteller:innen und Autor:innen können eBooks und Hörbücher ohne Verlag vertreiben und somit mehr vom Verkaufspreis behalten.
- Entwickler:innen erstellen Apps, Spiele, Software oder andere digitale Tools.

Ideenfindung: Welche digitalen Produkte brauchen deine Kunden?
Auch wenn du vielleicht schon eine erste Idee hast, solltest du nicht überstürzt ein digitales Produkt erstellen. Damit es sich gut verkauft, solltest du dir zunächst die folgenden Fragen stellen: Welches konkrete Problem soll dein digitales Produkt lösen?
Um herauszufinden, welche Probleme potenzielle Kunden haben könnten, stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Als erstes kannst du Foren, Social-Media-Gruppen und Kommentarspalten in deiner Branche durchforsten. Wenn Social-Media-Manager beispielsweise immer wieder Fragen zu Canva in einer Gruppe posten, wäre das ein guter Geschäftsansatz für einen Grafiker. Er könnte PDFs, eBooks oder Online-Kurse anbieten, die die Fragen der Manager beantworten.
Für neue Ideen kannst du dir auch überlegen, wie du eine Zeitersparnis für deine Kunden erreichen könntest. Ein Steuerberater könnte beispielsweise eine Excel-Vorlage für Kleinunternehmer erstellen, die seinen Kunden mehrere Stunden Buchhaltungsarbeit pro Monat spart.
Nutze auch die Transformations-Methode. Menschen kaufen nicht Produkte, sondern Ergebnisse. Sie wollen nicht einen Kurs über Fotografie, sondern bessere Fotos machen. Sie wollen nicht ein eBook über Zeitmanagement, sondern mehr freie Zeit haben. Formuliere deine Produktidee deshalb immer als Transformation: Mit deinem Produkt soll dein Kunde von Zustand A zu Zustand B gelangen.
Validiere anschließend deine Ideen durch Gespräche. Kontaktiere 10 bis 20 potenzielle Kunden und frage sie direkt: „Würdest du für eine Lösung zu Problem X bezahlen?“ „Wie viel wäre es dir wert?“ Diese Gespräche liefern oft mehr Erkenntnisse als jede Marktanalyse.
Digitale Produkte erstellen: Immer klein anfangen
Wenn du eine gute Idee gefunden hast, geht es an die Erstellung eines ersten Produkts. Dabei solltest du jedoch erst klein anfangen und zunächst ein Minimum Viable Product (MVP) bauen. Dabei handelt es sich um eine erste kleinere Variante, mit der du deine Idee testen kannst. Denn es ist äußerst ärgerlich, 200 Stunden in den Aufbau eines Online-Kurses zu investieren, der sich anschließend nicht verkauft.
Anstatt also stundenlang in einem Online-Kurs zu erklären, wie deine Kunden zu Canva-Profis werden, kannst du auch erst einmal nur einen kürzeren Screencast mit Tipps zum schnelleren Arbeiten anbieten. So findest du schnell heraus, ob es eine Nachfrage gibt. Zudem solltest du dein MVP einer Testgruppe zeigen und Feedback einholen. Achte dabei darauf, dass es sich nicht um Freunde und Verwandte handelt. Sie neigen nämlich dazu, dir nur wohlwollendes Feedback zu geben. Du benötigst jedoch ehrliches Feedback, um ein gutes Produkt für deine gesamte Zielgruppe kreieren zu können.
Wenn dein MVP gut ankommt, kannst du es ausbauen und zu einem fertigen Produkt erweitern. Lass dabei auch das Feedback deiner ersten Testkunden einfließen.
Sowohl für das MVP als auch für das fertige Produkt solltest du dir klare Deadlines setzen. Ohne zeitliche Begrenzung tendieren Menschen nämlich dazu, niemals fertig zu werden. Gib dir beispielsweise vier Wochen für ein E-Book, acht Wochen für einen Grundkurs und zwölf Wochen für eine umfassende Schulung. Diese Zeitrahmen zwingen dich, dich zu fokussieren.
Welche digitalen Produkte sich lohnen
Es gibt viele digitale Produkte, die du verkaufen kannst. Oft lassen sich diese auch kombinieren, sodass du ein komplettes Portfolio anbieten kannst. Falls du dir noch unsicher bist, in welche Richtung dein Business gehen soll, haben wir hier drei Ansätze für dich.
eBooks
eBooks eignen sich perfekt für Einsteiger, da sie sich technisch leicht erstellen lassen. Du benötigst lediglich einen Computer, dann kann es auch schon losgehen. Welches Schreibprogramm du benutzt, ist egal. Sowohl mit kostenlosen als auch mit kostenpflichtigen Programmen kannst du Textdateien erstellen, die sich mit kostenlosen Tools in gängige E-Book-Formate wie EPUB umwandeln lassen.
Dennoch solltest du den Aufwand für ein eBook nicht unterschätzen. Selbst für kleinere Bücher mit beispielsweise 30 Seiten benötigst du viel Zeit. Schließlich musst du nicht nur den Text schreiben, sondern auch recherchieren, dich um den Schriftsatz kümmern, ein Cover designen (lassen) und den Text korrigieren und überarbeiten. Zudem empfehlen wir dir ein professionelles Lektorat. Das kostet zwar, lohnt sich aber. Schlechte und fehlerbehaftete Texte stoßen Lesern nämlich sauer auf und sie werden anschließend nichts mehr bei dir kaufen wollen.
Du solltest dich außerdem darauf einstellen, dass du mit einem eBook nicht reich wirst. Denn mehr als 20 Euro kannst du nur in Ausnahmefällen dafür verlangen. Entsprechend fallen die Margen überschaubar aus und du müsstest hohe Stückzahlen verkaufen, um das auszugleichen. Dies ist bei Nischenthemen jedoch eher unwahrscheinlich.
Der niedrige Preis bietet dir aber auch einen großen Vorteil: Die Kaufhürde liegt niedrig und lädt zu spontanen Käufen ein. Dadurch lernen dich mehr Menschen kennen und kaufen gegebenenfalls noch andere eBooks und digitale Produkte von dir. Ein eBook bietet daher eine gute Einstiegsmöglichkeit in deine Produktwelt.
Online-Kurse
Online-Kurse bieten in der Regel viel Inhalt: Die Käufer können sich auf mehrere Stunden Videomaterial und weitere Dokumente wie Checklisten freuen. Entsprechend kannst du für Online-Kurse auch mehr Geld verlangen und unterm Strich mehr verdienen als mit einem eBook. Zusätzlich lernen dich deine Kunden besser kennen, wenn du selbst vor der Kamera sitzt. Dadurch steigt die Chance, dass sie auch andere Produkte von dir kaufen.
Der Nachteil von Online-Kursen ist jedoch, dass ihre Erstellung sehr zeitaufwendig ist. Je nach Umfang und Thema können gerne 50 bis 200 Stunden in ihnen stecken. Gleichzeitig hast du aber keine Garantie dafür, dass sich jemand für sie auch interessieren wird. Der Kurs könnte auch ein Flop werden und dann hättest du viel Zeit verloren. Bevor du dich an die Arbeit machst, solltest du durch Kundenbefragungen und Marktanalysen herausfinden, ob überhaupt Interesse besteht.
Mitgliedschaften
Bei Mitgliedschaften zahlen Kunden einen monatlichen oder jährlichen Betrag und erhalten dafür Zugang zu deinen exklusiven Inhalten und/oder deiner Community. Dort versorgst du sie dann mit Informationen, Tools, Services, Online-Kursen, eBooks und allem, was ihnen bei ihrem Thema weiterhilft.
Mitgliedschaften sind jedoch schwer umzusetzen, da du viel Mehrwert bieten musst, um neue Kunden zu gewinnen und Abonnenten zu halten. Zudem musst du sie aktiv betreuen und viel Zeit in die Pflege stecken.
Dafür wirst du aber monetär belohnt, und zwar mit planbaren, wiederkehrenden Einnahmen. Das heißt, auch wenn du mal nicht arbeitest, machst du Umsatz. Eine Mitgliedschaft fördert außerdem die Kundenbindung, da Nutzer regelmäßig auf die Inhalte zugreifen und langfristig Teil der Community bleiben.
Wo du digitale Produkte online verkaufen kannst
Digitale Produkte kannst du an vielen Stellen im Internet verkaufen. Grundsätzlich reicht eine einfache E-Mail aus, um dein digitales Produkt auszuliefern. Dies ist jedoch aufwendig. Gängiger sind daher die folgenden Varianten, die sich auch kombinieren lassen:
- Eigene Website: Eine eigene Website macht für die meisten Selbstständigen Sinn, da sie diese frei gestalten und nach ihren Wünschen einrichten können. Auch einen Shop können sie einbinden. Baukästensysteme wie Jimdo oder Wix bieten dafür eigene Module an. Aber auch mit WordPress kannst du mithilfe von Plugins wie WooCommerce einen Shop für digitale Produkte einrichten. Der Aufwand, eine Website komplett zu erstellen, ist allerdings recht hoch.
- Online-Shop-Lösung: Über einen eigenen Shop kannst du ein oder mehrere digitale Produkte zum Verkauf anbieten und ausliefern. Da es dabei jedoch einiges zu beachten gilt, zum Beispiel die DSGVO und die Rechnungsstellung, lohnen sich All-in-One-Lösungen wie Tentary. Dort kannst du einfach einen Online-Shop für digitale Produkte und Services einrichten, ohne dich um die bürokratischen Aspekte kümmern zu müssen. Du kannst dich ganz auf die Erstellung und Bewerbung deiner Produkte konzentrieren.
- Plattformen: Es gibt verschiedene Marktplätze wie Udemy für Online-Kurse und Etsy für Druckvorlagen, auf denen du deine digitalen Produkte zum Verkauf anbieten kannst. Der Vorteil ist, dass dort bereits viele potenzielle Kunden unterwegs sind. Allerdings gibt es hier auch viel Konkurrenz und du bist von einem Algorithmus abhängig. Ob deine Angebote in den Suchergebnissen oben angezeigt werden, hängt oft von vielen Faktoren, wie der Anzahl positiver Bewertungen, ab. Das macht es Einsteigern oft schwer, sichtbar zu werden.

Den richtigen Preis finden
Du hast nun ein digitales Produkt erstellt und bist bereit, es zu verkaufen. Doch eine Frage musst du vorab noch klären: Wie viel soll es eigentlich kosten?
Den richtigen Preis für ein digitales Produkt zu finden, ist gar nicht so einfach. Anders als bei physischen Produkten, bei denen Material- und Herstellungskosten einen Preisrahmen vorgeben, musst du den Wert deiner digitalen Produkte aus der Perspektive deiner Zielgruppe betrachten. Doch wie bemisst du ihn?
Eine erste Orientierung bietet der Markt: Schau dir an, wie viel deine Konkurrenten für ihre Produkte verlangen. Dabei wirst du feststellen, dass es meist drei Preiskategorien gibt:
- Budget-Angebote unter dem Durchschnitt
- Standard-Produkte genau im Durchschnitt
- Premium-Lösungen über dem Durchschnitt
Diese Marktbeobachtung gibt dir eine erste Orientierung darüber, in welcher Preiskategorie du dich einordnen könntest. Wenn du eine schnelle und einfache Lösung für ein Problem bietest, bieten sich Preise bis 29 Euro an. In diesem Preissegment kaufen viele noch impulsiv.
Setzt du deine Preise höher an, werden Kunden nicht einfach so zugreifen. Sie werden sich erst einmal mit deinem Angebot auseinandersetzen, Rezensionen lesen und sich überlegen, ob sich die Investition für sie lohnt. Entsprechend solltest du in deinem Marketing klar herausarbeiten, welchen Nutzen sie erwarten dürfen. Je konkreter du wirst, desto besser. Anstatt in einem Online-Kurs zu erklären, wie Social Media funktioniert, zeigst du deinen Kunden, wie sie mithilfe von Social Media in 60 Tagen ihren ersten zahlenden Kunden gewinnen.
In den meisten Fällen ist es sinnvoll, mit einem mittleren Preis zu beginnen. So zeigst du, dass du keine Billigware verkaufst. Nach den ersten 50 bis 100 Verkäufen und positiven Bewertungen kannst du die Preise dann schrittweise erhöhen. Achte dabei immer darauf, wie sich deine Verkäufe und Umsätze entwickeln. Manchmal verdienst du bei einem höheren Preis mehr, obwohl du weniger Einheiten verkaufst.
Zudem solltest du berücksichtigen, dass die Verkaufsplattformen in der Regel einen Teil des Umsatzes erhalten.
Häufige Fehler beim Verkauf digitaler Produkte
Nun solltest du startklar sein, um deine eigenen digitalen Produkte zu verkaufen. Doch bevor du loslegst, haben wir dir noch ein paar häufige Fehler aufgelistet, die du vermeiden solltest.
- Markt nicht geprüft: Bevor du ein digitales Produkt erstellst, prüfe immer erst, ob es dafür genügend potenzielle Kunden gibt. Denn die Erstellung kann Wochen und Monate an Arbeit kosten. Wenn du dann beim Markteintritt feststellst, dass es niemand kaufen möchte, hast du Zeit und oft auch Geld verschwendet.
- Zu niedrige Preise angesetzt: Anfänger setzen Preise oft viel zu niedrig an, weil sie Angst haben, niemand würde sonst kaufen. Doch oft lohnt es im mittleren Preissegment zu starten. Dein digitales Produkt wirkt dann nicht wie Billigware. Auch wenn du dann weniger verkaufst, gleicht der höher angesetzte Preis den Verlust wieder aus.
- Fehlende Kundenbetreuung: Digitale Produkte erfordern häufig auch Support, denn manchmal haben Kunden Fragen, technische Probleme oder Verständnisschwierigkeiten. Wer E-Mails ignoriert oder Tage für Antworten braucht, riskiert negative Bewertungen. Diese schrecken potenzielle Neukunden ab und können monatelange Arbeit zunichtemachen.
- Fehlendes Marketing: Es reicht nicht ein digitales Produkt zu erstellen und dann in einem Online-Shop hochzuladen. Du musst von Anfang an dafür auch werben. Plane daher mindestens so viel Zeit und Budget ein wie für die Erstellung. Wenn möglich solltest du auch ein Werbebudget.
- Komplizierte Kaufprozesse: Vermeide unnötige Account-Erstellungen, lange Formulare oder verwirrende Checkout-Prozesse für deine Kunden. Der Idealweg: Produkt auswählen, Zahlungsinformationen eingeben, kaufen.
- Fehlende Updates: Ein Online-Kurs mit Videos aus 2019, der veraltete Tools zeigt, wird negative Reviews sammeln. Plane daher regelmäßige Updates für deine Bestandsprodukte ein. Mindestens einmal jährlich solltest du deine Inhalte überprüfen und aktualisieren. Diese Pflege kostet Zeit, sichert aber langfristig deine Reputation.
- Keine E-Mail-Liste aufgebaut: Am schwierigsten ist es, mit Kunden in Kontakt zu kommen. Daher solltest du Besucher deiner Website und ehemalige Kunden anbieten, sich in deinen Newsletter einzutragen. Dann kannst du sie jederzeit wieder erreichen.
Fazit
Digitale Produkte bieten dir eine attraktive Möglichkeit, online Geld zu verdienen und das alles ohne Lagerhaltung, ohne Versandkosten und mit hoher Skalierbarkeit. Einmal erstellt, kannst du sie unbegrenzt oft verkaufen und dir so ein stabiles Online-Business aufbauen.
Doch der Weg zum Erfolg ist kein Selbstläufer. Die niedrigen Einstiegshürden führen zu starker Konkurrenz, weshalb du dich durch Qualität und cleveres Marketing abheben musst. Investiere Zeit in die Marktvalidierung, bevor du mit der Erstellung beginnst. Starte mit einem MVP, hole ehrliches Feedback ein und baue dein Produkt erst dann aus, wenn du weißt, dass Nachfrage besteht.
Der vielleicht wichtigste Punkt: Unterschätze den Marketingaufwand nicht. Plane mindestens so viel Zeit für die Bewerbung ein wie für die Erstellung selbst. Baue von Anfang an eine E-Mail-Liste auf, biete exzellenten Kundenservice und halte deine Produkte aktuell.
