Mit E-Mail-Marketing erreichst du deine Zielgruppe direkt und bist unabhängig von Konzernen und ihren Algorithmen. Es hat aber noch mehr Vorteile. Wir verraten dir, warum du unbedingt auf E-Mail-Marketing setzen solltest.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist E-Mail-Marketing?
  • Warum du unbedingt auf E-Mail-Marketing setzen solltest
  • Weitere Vorteile von E-Mail-Marketing
  • Nachteile vom E-Mail-Marketing
  • Was benötigst du, um mit E-Mail-Marketing zu starten?
  • Wie sammelst du Abonnent:innen?
  • Welche Arten von E-Mails gibt es im E-Mail-Marketing?
  • Wie häufig solltest du E-Mails verschicken?
  • Was sind die wichtigsten Metriken beim E-Mail-Marketing?
  • Die besten Tipps für E-Mail-Marketing
  • Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten seine Produkte online zu bewerben. Vor allem die großen Tech-Konzerne mit ihren Plattformen wie Meta, Google, TikTok und Reddit sind hier führend. Zum einen hast du bei ihnen die Möglichkeit, Reichweite zu kaufen und klassische Werbeanzeigen zu schalten. Zum anderen kannst du auch kostenlos Sichtbarkeit erlangen. Dazu musst du Content produzieren und dir eine Community aufbauen. Das erfordert jedoch viel Arbeit und Kontinuität, und es gibt keine Garantie auf Erfolg. Denn du bist jederzeit von deren Algorithmen abhängig. Selbst wenn du Tausende Follower hast, wird oft nur einem Bruchteil von ihnen deine Inhalte angezeigt.

Solche Probleme hast du beim E-Mail-Marketing hingegen nicht. Weder gibt es hier Algorithmen, noch bestimmen Konzerne die Regeln. Viele Unternehmen und Content Creator haben das mittlerweile erkannt und setzen verstärkt auf diesen Distributionskanal. Wir erklären dir, warum sie das machen und warum auch du darauf setzen solltest.

Was ist E-Mail-Marketing?

E-Mail-Marketing ist eine Form des digitalen Direktmarketings. Dabei verschickst du kommerzielle E-Mails an Personen, die sich aktiv in deine Empfängerliste eingetragen haben. Dadurch kannst du sie über neue Produkte und Events informieren oder auch mit redaktionellen Inhalten versorgen. Wenn du beispielsweise Modeberater:in bist, kannst du den Empfänger:innen regelmäßig neue Trends mitteilen.

Zudem hast du technisch mehr Freiheiten. Während bei einem Social-Media-Post alles standardisiert ist, kannst du in E-Mails wie auf einer Website mit unterschiedlichen Layouts, Buttons, Werbebannern, Links und Textformaten hantieren. Dadurch kannst du dich klarer von der Konkurrenz abheben. Gleichzeitig bist du unabhängig von Algorithmen. Wirklich jede:r deiner Empfänger:innen erhält deine E-Mail, bis er oder sie deinen Newsletter wieder abbestellt. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Social-Media-Plattformen, die deine Beiträge deinen Followern teilweise gar nicht ausspielen.

Diese Gründe führten auch dazu, dass E-Mail-Marketing bereits seit Jahren kein Nischenphänomen mehr ist. Stattdessen wächst der Markt jährlich. Laut einer Erhebung von Statista betrug der weltweite Marktwert im Jahr 2023 8,3 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2028 soll er auf 18,9 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Warum du unbedingt auf E-Mail-Marketing setzen solltest

Viele Selbstständige und Unternehmen werben auf Social Media. Und das mit Erfolg. Dennoch gibt es einen Grund, weshalb du unbedingt auch auf E-Mail-Marketing setzen solltest: der Return on Investment (ROI). Dieser beschreibt das Verhältnis von eingesetztem Kapital zu erzieltem Umsatz.

Laut Social Pulse Stat erreicht Social-Media-Werbung, abhängig von der Plattform, einen ROI von etwa 3:1 bis 7:1. Das heißt, du machst aus einem investierten Euro drei bis sieben Euro Umsatz.

Betrachtest du hingegen den ROI beim Newsletter, so schlägt dieser den von Social-Media-Plattformen um Längen. Zu diesem Ergebnis kamen verschiedene Studien und Analysen. Eine der bekanntesten ist die der Marketingplattform Litmus. Laut ihrer Auswertung generiert jeder investierte Dollar im Schnitt rund 36 bis 42 Dollar Umsatz. E-Mail-Marketing erreicht also einen ROI von 36:1 bis 42:1.

Allerdings schafft das nicht jeder Werbetreibende, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Beispielsweise sollten die E-Mail-Listen gepflegt und viele Prozesse automatisiert sein. Dadurch entstehen besonders hohe Renditen, während unsegmentierte Massenmailings deutlich geringere Werte erzielen können.

Doch die wichtigste Aussage bleibt bestehen: E-Mail-Marketing gehört zu den effektivsten Werbemethoden.

Weitere Vorteile von E-Mail-Marketing

Neben dem außergewöhnlich hohen ROI besitzt E-Mail-Marketing eine Reihe weiterer Stärken:

  • Kein Algorithmus: Jede E-Mail, die du verschickst, landet auch im Postfach des Empfängers. Es gibt keinen Algorithmus, der die Ausspielung verhindert.
  • Direkte Kommunikation: Eine E-Mail ist wie ein persönlicher Brief und nicht wie ein einzelner Post, den man mit einer Wischbewegung überspringt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie gelesen wird, ist somit viel höher.
  • Vollständige Datenkontrolle: Deine E-Mail-Liste gehört dir. Wenn morgen eine Social-Media-Plattform verschwindet, sind deine Follower weg. Deine Abonnent:innen bleiben, auch wenn du deine Newsletter-Software wechselst.
  • Präzise Messbarkeit: Du kannst in Echtzeit messen, wie gut deine E-Mails funktionieren. Du siehst beispielsweise die Öffnungsraten, Klickraten, Conversion-Raten und Abmeldungen (mehr dazu unten).
  • Hohe Skalierbarkeit: E-Mail-Marketing ist skalierbar. Abhängig vom Thema und der Zielgruppe lassen sich Tausende Personen erreichen. Die erfolgreichsten Newsletter in Deutschland erreichen sogar Millionen.
  • Automatisierbarkeit: Du kannst E-Mails automatisiert versenden. Das spart Zeit und Arbeit. Beispielsweise können neue Abonnent:innen zunächst eine Willkommens-E-Mail erhalten, gefolgt von einigen Evergreen-Inhalten.
  • Erreichbarkeit aller Altersgruppen: E-Mails nutzt jeder. Daher kannst du mit E-Mail-Marketing auch mehr Zielgruppen erreichen als über Social Media.
  • Stärkung der Kundenbindung: Regelmäßige, relevante Kommunikation über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg schafft Vertrauen und Loyalität.
Das Bild zeigt das E-Mail-Programm Gmail.
Das E-Mail-Postfach ist der persönlichste Weg, jemanden digital zu erreichen. · Foto: Stephen Phillips Hostreviews / Unsplash

Nachteile vom E-Mail-Marketing

Kein Marketingkanal ist ohne Schattenseiten. Beim E-Mail-Marketing sind das vor allem diese:

  • Spam-Risiko: Wenn du zu häufig E-Mails verschickst, können diese von den Empfänger:innen oder ihrem E-Mail-Programm als Spam gewertet werden. Deine Mails landen dann automatisch im Spam-Ordner und werden nicht mehr gelesen.
  • Überfüllte Posteingänge: Viele Menschen erhalten täglich Dutzende E-Mails von Behörden, Arbeitskolleg:innen oder diversen Websites. Deine E-Mail muss aus dieser Masse herausstechen.
  • Zeitaufwand: Gute E-Mails entstehen nicht von allein und dauern in der Regel länger als die Erstellung eines Posts. Gerade wenn du viel Mehrwert bieten möchtest, musst du einige Zeit für die Erstellung einplanen.
  • Kosten bei wachsender Liste: Viele E-Mail-Marketing-Tools richten ihre Preise nach der Anzahl der Abonnent:innen aus. Ab einer bestimmten Größe können dadurch hohe Fixkosten entstehen.

Was benötigst du, um mit E-Mail-Marketing zu starten?

Für den Einstieg ins E-Mail-Marketing benötigst du lediglich eine geeignete E-Mail-Marketing-Plattform, also ein Tool, das dir das Erstellen, Versenden und Auswerten von Kampagnen ermöglicht. Beispielsweise kannst du Tentary nutzen. Der Einstieg ist somit sehr niedrigschwellig.

Wichtig dabei: Du benötigst die ausdrückliche Einwilligung deiner Empfänger:innen, bevor du ihnen E-Mails schickst. In Deutschland und der EU ist das durch die DSGVO gesetzlich vorgeschrieben, weshalb du auch eine Double-Opt-in-Prozedur einrichten solltest. User müssen dann bestätigen, dass sie wirklich den Newsletter abonniert haben. Zudem benötigt deine E-Mail ein Impressum sowie einen gut sichtbaren Abmeldelink. Eine klare Datenschutzerklärung ist ebenfalls Pflicht.

Die größte Herausforderung ist der nächste Schritt: der Aufbau einer Liste mit den E-Mail-Adressen deiner Empfänger:innen. Sie ist das Herzstück des E-Mail-Marketings und sollte wirklich nur aus Leuten bestehen, die Interesse an dir, deinem Unternehmen oder deinem Produkt haben. Ansonsten entstehen schnell Karteileichen, die nicht mit deinen E-Mails interagieren oder auf deine Angebote eingehen. Wie du neue Abonnent:innen gewinnst, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.

Ein Screenshot zeigt die Newsletter-Funktion von Tentary.
Über Tentary kannst du eigene digitale Produkte verkaufen und auch einen Newsletter betreiben. · Screenshot: tentary.com

Wie sammelst du Abonnent:innen?

Das Schwierigste beim E-Mail-Marketing ist es, neue Abonnent:innen zu gewinnen. Anders als bei Instagram und Co., wo deine Inhalte anderen Nutzer:innen vorgeschlagen werden, kannst du im E-Mail-Marketing nicht auf einen Algorithmus zurückgreifen, der deine Inhalte bewirbt. Du musst dich daher selbst darum kümmern und E-Mail-Adressen sammeln. Das kann dauern und stößt auch nicht immer auf Wohlwollen. Denn die eigene E-Mail-Adresse wird als etwas Privates wahrgenommen, das man nur vertrauenswürdigen Personen und Unternehmen gibt. Es ist daher wichtig, an den richtigen Stellen nach neuen Leser:innen zu suchen und ihnen einen guten Grund zu liefern, deinen Newsletter zu abonnieren. Hier einige Tipps, wie du starten kannst:

  • Anmeldeformular auf der Website: Wenn du eine eigene Website hast, dann platziere deinen Newsletter gut sichtbar. Das kann auf der Startseite, im Footer, als Pop-up oder als eigene Landingpage erfolgen. Sobald ein User auf deiner Website landet, sollte er sofort sehen, dass du auch einen Newsletter anbietest.
  • Lead-Magnet anbieten: Die Leute geben ungern ihre E-Mail-Adresse raus. Sie erklären sich aber bereit dazu, wenn sie im Gegenzug etwas bekommen. Daher biete ihnen ein Geschenk an, das sie nach der Anmeldung erhalten. Das kann ein eBook oder ein anderes digitales Produkt sein. Aber auch Gutscheincodes oder exklusive Zugänge zu bestimmten Inhalten funktionieren.
  • Social Media nutzen: E-Mail-Marketing bedeutet nicht, dass du dich von Social Media fernhalten musst. Stattdessen kannst du auf den Plattformen deinen Newsletter bewerben.
  • Bezahlte Anzeigen schalten: Mit Anzeigen bei Meta, TikTok, Google und Co. kannst du ebenfalls deinen Newsletter bewerben. Aber Vorsicht: Dadurch erhöhen sich deine Investitionskosten, was den ROI verschlechtert.
  • Webinare oder Online-Events veranstalten: Über Webinare und Online-Events kannst du auf deinen Newsletter aufmerksam machen. Teilnehmer:innen, denen dein Event gefallen hat, möchten in der Regel auf dem Laufenden bleiben.
  • Bestehende Kunden ansprechen: Bitte Käufer beim Checkout oder in der Bestellbestätigung aktiv darum, sich auch für den Newsletter anzumelden.
  • Um Weiterleitung bitten: E-Mails lassen sich in jedem Mail-Programm mit zwei Klicks weiterleiten. Bitte deine Empfänger:innen darum, deine E-Mail an Personen zu senden, die sich ebenfalls für das Thema interessieren könnten.
  • Empfehlungsprogramm starten: Belohne bestehende Abonnent:innen, wenn sie Freunde oder Bekannte erfolgreich werben. Du kannst ihnen beispielsweise einen Rabattcode oder einen Bonusinhalt schenken.
  • Kooperationen eingehen: Arbeite mit anderen Unternehmen oder Creator zusammen, die eine ähnliche Zielgruppe haben. Ihr könnt euch gegenseitig in euren Newslettern empfehlen und so gemeinsam wachsen.

Welche Arten von E-Mails gibt es im E-Mail-Marketing?

Es gibt viele verschiedene Arten von E-Mails, die im E-Mail-Marketing genutzt werden. Sie erfüllen jeweils unterschiedliche Zwecke. Die meisten davon kannst du automatisieren.

  • Newsletter: Mit diesem Format informierst du deine Abonnent:innen regelmäßig über Neuigkeiten, Blogartikel, Tipps oder Unternehmensupdates. Ziel ist es, die Beziehung zu deiner Zielgruppe zu pflegen und Vertrauen aufzubauen. Ein Newsletter sollte daher nicht zu werblich sein und seinen Fokus klar auf redaktionelle Inhalte legen.
  • Willkommens-E-Mail: Diese Mail wird automatisch versendet, sobald sich jemand neu anmeldet. Sie ist besonders wichtig, da neue Abonnent:innen in diesem Moment am aufmerksamsten sind. Eine gute Willkommens-E-Mail stellt dich vor, erklärt, was die Abonnent:innen erwarten können, und enthält oft einen ersten Mehrwert wie einen Rabattcode.
  • Promotional-E-Mails: Diese E-Mails bewerben gezielt ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Angebot. Sie werden häufig zu besonderen Anlässen wie dem Black Friday, Weihnachten oder einem Sale verschickt und enthalten einen klaren Call-to-Action wie „Jetzt kaufen” oder „Angebot sichern”. Zu viele Promotional-E-Mails können jedoch schnell wie Spam wirken. Daher solltest du sie nur gezielt und nicht in Massen einsetzen.
  • Transaktions-E-Mails: Dazu gehören automatische Nachrichten wie Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen oder Passwort-Reset-E-Mails. Sie werden durch eine Aktion des Nutzers ausgelöst und haben in der Regel sehr hohe Öffnungsraten, da sie erwartet werden.
  • Abandoned-Cart-E-Mails: Diese E-Mail wird automatisch an Nutzer:innen geschickt, die Produkte in den Warenkorb gelegt, den Kauf aber nicht abgeschlossen haben. Sie erinnern die potenziellen Kund:innen an ihren Warenkorb und enthalten oft einen zusätzlichen Anreiz, wie einen Rabatt, um den Kauf doch noch abzuschließen.
  • Re-Engagement-E-Mails: Diese richten sich ausschließlich an Abonnent:innen, die bereits seit Längerem keine E-Mails mehr geöffnet oder mit ihnen interagiert haben. Das Ziel besteht darin, das Interesse dieser inaktiven Kontakte wieder zu wecken, bevor sie aus der Liste entfernt werden.
  • Drip-Kampagnen: Dabei handelt es sich um eine automatisierte Serie von E-Mails, die in einem bestimmten zeitlichen Abstand versendet werden. Sie führen die Empfänger:innen Schritt für Schritt durch einen Prozess. Beispielsweise lässt sich eine Kampagne wie „Nachhaltig investieren in 5 Schritten” umsetzen, bei der du 5 E-Mails in einem gewissen Abstand verschickst.
  • Umfrage- oder Feedback-E-Mails: Sie werden genutzt, um Meinungen, Bewertungen oder Rückmeldungen der Abonnent:innen einzuholen. Das hilft nicht nur bei der Produktverbesserung, sondern zeigt ihnen auch, dass ihre Meinung geschätzt wird.
  • Geburtstags- oder Jubiläums-E-Mails: Das sind personalisierte E-Mails, die automatisch zum Geburtstag einer Abonnent:in oder zum Jahrestag ihrer Anmeldung verschickt werden. Sie wirken persönlich und enthalten oft ein kleines Geschenk oder einen Sonderrabatt.
  • Ankündigungs-E-Mails: Sie informieren Abonnent:innen über etwas Neues, etwa ein Produktlaunch, ein Event, eine Partnerschaft oder eine wichtige Änderung im Unternehmen. Der Fokus liegt darauf, Vorfreude und Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Wie häufig solltest du E-Mails verschicken?

Beim E-Mail-Marketing bestimmt kein Algorithmus, wie oft du eine Mail verschicken solltest. Stattdessen kannst du die Versandfrequenz frei wählen. Das birgt jedoch auch die Gefahr, dass du zu viele E-Mails verschickst und die Empfänger:innen genervt deinen Newsletter abbestellen.

Doch wie häufig solltest du E-Mails verschicken? Leider gibt es dafür keine universelle Formel. Die optimale Häufigkeit hängt nämlich von deiner Branche, deiner Zielgruppe und vor allem von deinen Inhalten ab. Ein Daily-Newsletter mit den wichtigsten News des Tages muss täglich erscheinen, damit die Leser:innen informiert bleiben. Promotional-E-Mails können dagegen schnell als Spam empfunden werden und sollten seltener verschickt werden.

Als grobe Orientierung gilt jedoch, dass du ein- bis zweimal pro Monat eine Mail versenden solltest. Das ist häufig genug, um präsent zu bleiben, aber nicht so häufig, dass sich Abonnent:innen belästigt fühlen.

Wichtiger als die Anzahl ist die Konsistenz. Abonnent:innen schätzen es, wenn sie wissen, wann sie von dir hören. Ein verlässlicher Rhythmus schafft Vertrauen und Gewohnheit. Wer hingegen mal drei E-Mails in einer Woche schickt und dann zwei Monate lang nichts, wirkt unorganisiert und verliert schnell das Interesse seiner Leser:innen.

Ein guter Ansatz ist es deshalb, bereits beim Aufbau deiner Liste zu kommunizieren, wie oft du schreiben wirst. Dann wissen Abonnent:innen, worauf sie sich einlassen. Außerdem lohnt es sich, die Reaktionen deiner Empfänger:innen genau zu beobachten. Steigen nach einer höheren Frequenz die Abmeldungen oder Beschwerden, ist das ein klares Signal, die Frequenz zurückzuschrauben. Bleiben die Öffnungs- und Klickraten hingegen stabil oder steigen sogar, kannst du den Rhythmus beibehalten oder ausbauen.

Was sind die wichtigsten Metriken beim E-Mail-Marketing?

Beim E-Mail-Marketing gibt es viele Metriken, mit denen du den Erfolg deiner Kampagnen und Newsletter messen kannst. Die wichtigsten sind:

  • Öffnungsrate (Open Rate): Sie gibt an, wie viel Prozent der Empfänger deine E-Mail geöffnet haben. Ein guter Richtwert liegt je nach Branche zwischen 20 und 40 Prozent, kann aber bei einigen Projekten auch weit darüber liegen. Der wichtigste Einflussfaktor auf die Öffnungsrate ist die Betreffzeile. Sie sollte neugierig machen und nicht zu lang sein, damit E-Mail-Programme auf dem Smartphone sie nicht abschneiden.
  • Klickrate (Click-Through Rate, CTR): Die CTR gibt an, wie viele Empfänger:innen auf einen Link in deiner E-Mail geklickt haben. Somit erfährst du, welche Themen in deiner Mail relevant waren oder ob ein beworbenes Produkt auf Interesse stieß.
  • Konversionsrate (Conversion Rate): Sie misst, wie viele Empfänger:innen nach dem Klick auch die gewünschte Aktion abgeschlossen haben. Das kann beispielsweise der Kauf eines Produkts oder das Ausfüllen eines Formulars sein. Sie ist damit die entscheidende Kennzahl für den wirtschaftlichen Erfolg einer Kampagne.
  • Abmelderate (Unsubscribe Rate): Wer deine Mails nicht mehr erhalten möchte, meldet sich über einen Link ab. Über die Abmelderate erfährst du, wie viel Prozent das insgesamt sind. Aber keine Sorge: Jeder Newsletter verliert mit der Zeit immer mal Leser:innen. Zum Alarmsignal wird die Abmelderate erst, wenn sie deine Anmelderate längere Zeit übersteigt.
  • Zustellrate (Deliverability Rate): Sie gibt an, wie viele deiner E-Mails tatsächlich im Posteingang der Empfänger:innen angekommen sind.
  • Bounce-Rate: Sie gibt an, wie viele Mails nicht zugestellt werden konnten. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Beispielsweise kann das Postfach voll sein oder die Mail-Adresse hat aufgehört, zu existieren. Langfristig solltest du tote E-Mail-Adressen aus deiner Liste entfernen.
  • Spam-Beschwerderate (Spam Complaint Rate): Sie gibt an, wie viele Empfänger deine E-Mail als Spam markiert haben. Schon eine Rate von über 0,1 % kann dazu führen, dass deine E-Mails künftig automatisch im Spam-Ordner landen.
  • Klick-zu-Öffnungs-Rate (Click-to-Open Rate, CTOR): Sie setzt die Anzahl der Klicks ins Verhältnis zur Anzahl der Öffnungen und zeigt damit, wie relevant und überzeugend der Inhalt der E-Mail für diejenigen war, die sie geöffnet haben.
  • Listenwachstumsrate: Sie zeigt, wie schnell deine Abonnentenliste wächst, wenn man neue Anmeldungen und Abmeldungen gegenüberstellt. Eine stagnierende oder schrumpfende Liste ist ein Zeichen, dass du deine Gewinnungsstrategien überdenken solltest.

Die besten Tipps für E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing ist eine langfristige Strategie und muss stetig optimiert werden. Mit folgenden Tipps kannst du die Wirkung deiner E-Mails verbessern.

  • Kenne deine Zielgruppe: Je besser du weißt, wen du anschreibst, desto relevanter kannst du deine Inhalte gestalten. Erstelle Personas und segmentiere deine Liste nach Interessen, Verhalten oder demografischen Merkmalen.
  • Schreibe starke Betreffzeilen: Die Betreffzeile entscheidet darüber, ob deine E-Mail geöffnet wird oder nicht. Sie sollte kurz, neugierig machend und klar sein. Schreibe aber nie Clickbait-Headlines. Deine Leser:innen werden dich nur mit einer Abmeldung bestrafen.
  • Personalisiere deine E-Mails: Sprich deine Empfänger:innen mit ihrem Namen an und passe Inhalte an ihre Interessen an. Personalisierte E-Mails erzielen deutlich höhere Öffnungs- und Klickraten als generische Massenmails.
  • Setze auf einen klaren Call-to-Action: Jede E-Mail sollte ein klares Ziel haben und den Leser mit einem einzigen, gut sichtbaren Call-to-Action zu einer Handlung führen. Mehrere konkurrierende CTAs verwirren und reduzieren die Klickrate.
  • Optimiere für mobile Geräte: Die Mehrheit der E-Mails wird heute auf dem Smartphone geöffnet. Achte darauf, dass dein Design responsiv ist, Texte gut lesbar und Buttons groß genug zum Antippen sind.
  • Teste regelmäßig mit A/B-Tests: Probiere verschiedene Betreffzeilen, Versandzeiten, Inhalte oder Call-to-Actions aus und vergleiche, was besser funktioniert. Kleine Optimierungen summieren sich langfristig zu großen Verbesserungen.
  • Halte deine Liste sauber: Entferne regelmäßig inaktive Kontakte, Bounces und Abgemeldete. Eine gepflegte Liste verbessert deine Zustellrate.
  • Segmentiere deine Liste: Du musst nicht allen Abonnent:innen die gleiche E-Mail schicken. Manchmal kann es sinnvoll sein, deine Liste in sinnvolle Gruppen zu unterteilen. Dann kannst du gezielt schreiben, was für die jeweilige Gruppe relevant ist. Das steigert Öffnungs- und Konversionsraten erheblich.
  • Automatisiere, wo es sinnvoll ist: Nutze Automationen für Willkommens-E-Mails, Geburtstags-Mails oder Abandoned-Cart-E-Mails. So erreichst du deine Empfänger zum richtigen Zeitpunkt, ohne manuellen Aufwand.
  • Versende zum richtigen Zeitpunkt: Analysiere, wann deine Abonnent:innen am aktivsten sind, und plane deine E-Mails entsprechend.
  • Analysiere deine Ergebnisse: Schau dir nach jeder Kampagne die wichtigsten Metriken an und leite daraus konkrete Maßnahmen ab. E-Mail-Marketing verbessert sich nur, wenn du aktiv aus deinen Daten lernst.
  • Teste den Versand vor dem Abschicken: Schicke dir selbst immer eine Test-E-Mail, bevor du an deine gesamte Liste sendest. So erkennst du Fehler im Layout, defekte Links oder Tippfehler, bevor sie Tausenden von Empfänger:innen auffallen.

Fazit

E-Mail-Marketing hat sich längst als einer der mächtigsten Marketingkanäle etabliert und das aus gutem Grund. Wer auf Social Media setzt, spielt immer nach den Regeln anderer. Plattformen wie Meta oder TikTok können ihre Algorithmen über Nacht ändern, Reichweiten einschränken oder Konten sperren. Die mühsam aufgebaute Community kann dadurch von einem Tag auf den anderen unerreichbar werden.

Mit einem Newsletter bist du davon vollständig unabhängig. Zwar ist auch E-Mail-Marketing kein Selbstläufer und eine E-Mail-Liste aufzubauen, kann lange dauern und viel Arbeit erfordern. Doch wirtschaftlich gesehen kommst du am E-Mail-Marketing kaum vorbei. Mit einem durchschnittlichen ROI von bis zu 42:1 übertrifft E-Mail-Marketing nämlich jeden anderen digitalen Werbekanal bei Weitem. Daher solltest du unbedingt darauf setzen.